Tschö Hamburg!

Das war’s. Ich sag „tschö Hamburg, tschö Elbe, tschö Speicherstadt, tschö…“. Das könnte ich jetzt über zig Zeilen ewig weiterführen. Vier Wochen war ich nun hier und gerade in der letzten wechselte mein Gefühlszustand allmählich von „Tourist“ auf „Zugezogener“. Ich bin mir sicher, wenn man ein tolles Jobangebot in Hamburg bekommt, zieht es viele allzu gern in den Norden – trotz Schietwetter.

Ich glaube, auch mein Herz könnte sich für die Hansestadt öffnen. Für das Wasser und den Hafen mit seiner ständigen Brise, die mich an Urlaub erinnert. Für die traumhafte Speicherstadt. Und vor allem die Erdbeerhäuschen an jeder Haltestelle. Ein wenig wehmütig stand ich eben am Bahnhof, hätte nahezu ein Tränchen verdrückt.
(Ich fahre in einem gefühlt unglaublich langen Zug. Als dieser in den Bahnhof einfuhr, setzte sich das Kind in mir durch, das sich tierisch über dieses lange Wunderwerk der Technik freute. Man lernt nie aus — auch nicht über sich selbst: Jetzt weiß ich: Ich liebe nicht nur Doppeldeckerzüge, sondern auch sehr, sehr lange Züge.)

Langer Zug

Unglaublich langer Zug

Während meiner Zeit hier habe ich gemerkt: Mein Zuhause ist Köln. Ja richtig in Köln, nicht in der Pfalz. Dort liegt auf ewig meine Heimat, da komme ich her und da will ich immer wieder hin. Mein Zuhause aber liegt in der Domstadt. Und gerade in den letzten Tagen wuchs die Vorfreude kontinuierlich: Wohnung, Freunde, Dom – all das werde ich heute endlich wiedersehen.

Seit November wusste ich, dass ich den Juli in Hamburg verbringen würde. Monatelang habe ich sehnsüchtig den Tag abgewartet, an dem ich endlich in den Zug gen Norden steigen würde. Die Zeit hier war kurzum: wunderschön, toll, super, klasse. Angefangen beim Grund meiner Anreise, dem Volontärskurs. Ich habe in den vier Wochen sehr viel mitgenommen und neben grundlegendem Handwerkszeug viele Menschen kennengelernt, die einem auch auf kommenden Wegen hilfreich zur Seite stehen. Das Arbeitsumfeld war angenehm – angefangen beim wunderschönen Haus der Akademie, über unsere sympathische Dozentin und die anderen Kursteilnehmer. Mit denen habe ich mich nicht schlicht gut verstanden, vielmehr sind neue Freundschaften entstanden. Das ist viel mehr, als ich erwartete habe.

Das Verabschieden am Freitag war seltsam. Wie Abschiede wohl immer so sind. Ich habe danach ein Ründchen um die Alster gedreht, der zurückgezogene Nerd in mir wollte die Eindrücke einmal sacken lassen. Während meine inzwischen mittelgroße Sehnsucht nach Köln und Zuhause rief „Lass uns gehen!“ war ein anderer Teil von mir komisch berührt. Diese Zeit und die Möglichkeit, mal für vier Wochen in Hamburg leben zu können, würden so bald nicht mehr wieder kommen. Der Spaziergang brachte mich aber auch zum Schmunzeln. Nämlich als ich eine Gruppe Mädels – offensichtlich Touristen – diskutieren hörte, wo sie wohl abends hingehen mögen. „Im Planten un Blomen gibt es um 22 Uhr ein Wasserspiel, das solltet ihr euch ansehen. Außerdem wird der Dom, die Kirmes, eröffnet, da gibt’s ein Feuerwerk“, sage ich ihnen. Sie bedanken sich freundlich für die Tipps und ich fühle mich noch ein bisschen mehr als Hamburger denn als Tourist.

Jetzt geht’s also wieder zurück. Zurück nach Köln, zurück in den Alltag, zurück ins Büro. Ich bin gespannt, ob sich die neu gewonnenen Kenntnisse praktisch umsetzen lassen…

Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Besuch in Hamburg. Mal sehen, was dann der Grund für meinen Aufenthalt ist. See you soon, Hamburg!