Wann ist Heim=Heimat?

Inzwischen habe ich den Fahrtweg der Hamburger Buslinie M4 im Kopf. Ich gucke nicht mehr aus dem Fenster, um neue Läden zu sehen. Drei Wochen bin ich jetzt schon hier. Und da ich für meinen Aufenthalt in einer privaten, „echten“ Wohnung unterkomme, wirkt es gar nicht allzu sehr wie eine temporäre Reise. Ich frage mich: Was würde ich empfinden, wenn ich wüsste, dass ich für länger hierbleibe? Ab wann fühlt man sich in einer neuen Stadt heimisch? Ich versuche, mich an diesen Moment in Köln zu erinnern.

Am 11.11. bin ich nach Köln gekommen, vor zweieinhalb Jahren. Schon damals schien sich irgendwie alles zu fügen – wann sonst sollte man in die jecke Großstadt ziehen, wenn nicht am 11.11.? Das Lustige daran: Ich hatte damals noch überhaupt keine Ahnung, was es mit diesem Tag auf sich hat. Und da ich mit dem Auto angereist und dabei nicht durch die Stadt gefahren bin, merkte ich nicht einmal was von der besonderen Note des für die Kölner heiligen Datums.

Ähnlich wie jetzt in Hamburg wohnte ich die ersten drei Monate in einer möblierten Wohnung auf Zeit. Zunächst absolvierte ich nur einen Arbeitsmonat zur Probe. Sicher war es anfangs also nicht, dass die Domstadt mein Zuhause werden sollte. Umso interessanter die Frage: Wann habe ich mich dort heimisch gefühlt? Seit der Zusage für den Job? Leider kann ich mich nicht mehr recht erinnern. Hätte ich bloß damals bereits meinen Blog gehabt…

Ein entscheidender Punkt war wohl der Umzug in die eigenen vier Wände. Zumal dies meine erste eigene Wohnung überhaupt war. Auch dort passte alles sofort. Ein Objekt angesehen, Liebe auf den ersten Blick und glücklicherweise die Zusage bekommen. Dann sind da Dinge wie Sportverein und Arbeitsumfeld. Sowie natürlich allen voran: Freunde. Ich glaube, der letzte Punkt meiner kölschen Heimfindung war der Mitgliedsantrag im Tennisclub.

In einer Woche bin ich wieder dort. Zuhause, in Köln. Die Zeit in Hamburg ist bis jetzt einfach klasse gewesen und die Stadt ist wirklich viele Reisen wert. Ich bin mir sicher, man könnte sich hier gut einleben… Ob ich die Hansestadt wohl irgendwann einmal als Einwohner erfahren werde? Wer weiß das schon. Doch fürs Erste geht’s zurück in „ming Stadt am Rhing“.